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Wappen Anould-Schöneck-Gymnaendröd
2018/2

Arbeitsgemeinschaft zur Förderung europäischer Partnerschaften Schöneck e.V.

ARGE SCHÖNECK

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Rede von Altbürgermeister Erwin Schmidt anlässlich des Doppeljubiläums mit Anould und Gyomaendröd

 

45 Jahre Partnerschaft mit Anould

15 Jahre Partnerschaft mit Gyomaendröd

am 18.8.2018 in der Nidder-Halle

 

Liebe Freunde aus Anould,

liebe Freunde aus Gyomaendröd,

meine sehr geehrten Damen und Herren

 

der Anlass für diese Feier der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung europäischer Partnerschaften sind 45 Jahre Partnerschaft mit Anould (Frankreich) und 15 Jahre Partnerschaft mit Gyomaendröd (Ungarn). Deshalb hängen heute hier die Flaggen von Frankreich, Ungarn, Deutschland und der Europäischen Union.

 

Die Gründung des Vereins „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung europäischer Partnerschaften“ im Jahre 1975 enthält schon im Namen einen Auftrag, sich nämlich aktiv für die Begegnung von Menschen verschiedener Nationalität einzusetzen. Die Überzeugung die hinter diesem Auftrag steckte, war damals und auch heute noch, dass nur mit gegenseitigem Verständnis unter Menschen unterschiedlicher Herkunft und gegenseitigem Respekt der jeweils eigenen Kultur in Europa eine friedvolle Zukunft gesichert werden könne.

Diesen Aufrag hat die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung europäischer Partnerschaften beharrlich und gegen alle Widerstände erfolgreich erfüllt.

 

Gerade zwischen Frankreich und Deutschland war das Verhältnis , das durch die schlimmen Zeiten des 2. Weltkrieges auch noch in der Nachkriegszeit belastet war,  1973, als die Partnerschaft mit Anould begründet wurde, beladen mit Ressentiments und Misstrauen. Ich habe das als junger Bürgermeister gespürt und erlebt. Ich habe allerdings auch erlebt, dass Bürger von Anould, die schwer unter den Angriffen der Deutschen Wehrmacht gelitten hatten, sich für diese Partnerschaft stark machten und in dem Komitee mitarbeiteten.

Mich hat bei den Besuchen in Frankreich die  Herzlichkeit und Offenheit der Bürgerinnen und Bürger von Anould besonders erfreut.

 

Man kann sagen, dass die vielen Partnerschaften zwischen französischen und deutschen Städten und Gemeinden, die vielfältigen Zusammenkünfte der  Politiker und vor allem der Bürger, eine wichtige Grundlage für die Aussöhnung der früheren Feinde gewesen sind. Heute sind beide Länder die engsten Freunde innerhalb der Europäischen Union – eine wunderbare Entwicklung. 

 

Zu der Partnerschaft mit dem ungarischen Gyomaendröd kann ich nur etwas sagen von dem, was mir berichtet wurde. Diese Partnerschaft ist nach meiner Zeit als Bürgermeister von Schöneck von meinem Nachfolger Ludger Stüve zusammen mit tatkräftigen Bürgern aus unserer Gemeinde ins Leben gerufen worden.

An dieser Stelle darf ich sagen, dass es für Ludger Stüve und auch für unsere jetzige Bürgermeisterin, Conny Rück, stets eine Herzensaufgabe war und ist, diese Partnerschaften zu stärken und zu unterstützen. Ludger Stüve und Jürgen Hendrian haben immer voller Lob und Begeisterung über ihre Besuche in Gyomaendröd erzählt, bei denen man offenbar auch einigermaßen trinkfest sein musste.

Nicht vergessen werden darf, den Vorsitzenden und aktiven Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung europäischer Partnerschaften auf unserer Seite und den entsprechenden Einrichtungen auf französischer und ungarischer Seite zu danken. In diesen Dank schließe ich selbstverständlich auch die Vereine ein, die regelmäßig oder auch nur zu besonderen Anlässen diese Partnerschaften mit ihren Besuchen beleben.

 

Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf eine Entwicklung eingehen, die mich und sichere auch andere momentan besorgt. Richten Sie bitte Ihren Blick auf die Flagge der Europäischen Union: Sattblaues Tuch mit 19 golden leuchtenden Sternen, für jedes Land, das der Union angehört, ein Stern.

Bald werden es nur noch 18 Sterne sein, wenn der Brexit im kommenden Jahr vollzogen sein wird. Nebenbei bemerkt: Ich bedauere diese Entscheidung der englischen Wähler und glaube, dass sie für das ruhmreiche Großbritannien keinen Erfolg bringen wird.

 

Was wir mit England erleben, ist im Grunde ja kein Einzelfall. Nahezu überall gibt es nationalistische Tendenzen, die mich persönlich ängstlich werden lassen. Und der Zulauf zu derartigen Parteien und Gruppierungen hält an.

Wie wenig man oft nicht mehr von einer Europäischen Union sprechen kann, zeigt das Beispiel der Aufnahme von Asylanten. Doch dies ist nur ein Aspekt. Betrachtet man die politische Gesamtlage auf dieser Welt, dann kann das Ergebnis nur sein, dass sich die Europäer eigentlich untereinander einig sein müssten, um sich gegen die großen Blöcke Amerika, Russland und China behaupten zu können. Dieser Gedanke der Einheit muss verstärkt den Menschen in unseren Ländern deutlich gemacht werden.

Und dazu brauchen wir auch für die nächsten Jahre diese Partnerschaften, Menschen, die ihre unterschiedliche Herkunft und Kultur haben, und die miteinander sprechen und sich verstehen.

 

Ich möchte in 10 Jahren, wenn ich denn noch die Jahre geschenkt bekomme, nicht erleben, dass bei der dann anstehenden Feier die Flagge der Europäischen Union nicht mehr aufgehängt wird. 

 

 

 

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